Für Unternehmen, die Skype for Business weiterhin lokal betreiben, ist die Umstellung auf Skype for Business Server Subscription Edition (SE) ein wichtiges Infrastrukturprojekt. Dabei geht es nicht nur um die Installation einer neuen Produktversion. Auch Lizenzierung, Serverbetriebssystem, Topologie, Zertifikate, externe Kommunikation und die Integration mit Microsoft Teams müssen berücksichtigt werden.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht allein, wie sich Skype for Business Server 2019 technisch aktualisieren lässt. Unternehmen müssen zunächst entscheiden, ob ein direktes Upgrade der bestehenden Installation sinnvoll ist, ob ein Neuaufbau der Umgebung Vorteile bietet und welche Rolle Teams künftig in der Kommunikationsarchitektur übernehmen soll.
Microsoft stellt klar, dass Skype for Business Server SE als In-Place-Upgrade einer geeigneten Skype-for-Business-Server-2019-Installation bereitgestellt wird. Für einen neuen SE-Server ist laut Microsoft-Lifecycle-Dokumentation zunächst eine Installation von Skype for Business Server 2019 RTM mit anschließendem Update auf den SE-Build erforderlich, solange kein dedizierter einstufiger SE-Installer verfügbar ist.
Dieser Praxisleitfaden zeigt, wie Unternehmen die Umstellung planen, die passende Migrationsstrategie auswählen und die Umgebung nach der Änderung systematisch testen.
Welche Strategie passt zur bestehenden Umgebung?
Ein In-Place-Upgrade und ein Neuaufbau sind nicht dasselbe. Der technische Weg zu SE ist zwar an die bestehende 2019-Codebasis gebunden, aber Unternehmen können trotzdem einen Neuaufbau der Serverumgebung planen. Dabei muss die Installationsreihenfolge den von Microsoft dokumentierten Voraussetzungen entsprechen.
| Kriterium | Bestehende Installation aktualisieren | Neuaufbau mit anschließendem SE-Update |
|---|---|---|
| Geeignet, wenn … | die vorhandene Topologie stabil und gut dokumentiert ist | Hardware, Betriebssystem, Kapazität oder Architektur überarbeitet werden sollen |
| Hauptvorteil | weniger Änderungen an der bestehenden Infrastruktur | Gelegenheit, Altlasten und technische Engpässe zu beseitigen |
| Hauptaufwand | Prüfung von Updates, Abhängigkeiten und Wartungsfenster | zusätzliche Planung, Bereitstellung, Konfiguration und Migration |
| Hauptrisiko | bestehende Probleme bleiben bestehen oder werden beim Update sichtbar | Konfigurationsfehler, unvollständige Migration oder längere Übergangsphase |
| Unverzichtbar | vollständige Sicherung und Rückfallplanung | getesteter Parallelbetrieb beziehungsweise klarer Migrations- und Rückfallplan |
Wichtig für die Planung im Jahr 2026: Der erweiterte Support von Skype for Business Server 2019 endete am 14. Oktober 2025. Wer noch auf dieser Version arbeitet, sollte die Umstellung deshalb nicht als gewöhnliches Routineupdate behandeln, sondern die aktuelle SE-Version, den Update- und Lizenzstatus sowie die betrieblichen Risiken gemeinsam bewerten. Skype for Business Server SE folgt der Modern Lifecycle Policy.
1. Bestandsaufnahme: Vor dem Upgrade die Umgebung prüfen
Bevor Sie Skype for Business Server 2019 auf Subscription Edition umstellen, sollten Sie die bestehende Kommunikationsumgebung vollständig dokumentieren. Ein Upgrade ist der falsche Zeitpunkt, um unbekannte Abhängigkeiten, veraltete Zertifikate oder nicht mehr benötigte Serverrollen erstmals zu entdecken.
Erfassen Sie mindestens folgende Komponenten:
- Front-End-Pools und Serverrollen
- Standard Edition oder Enterprise Edition
- Backend-SQL-Server und Datenbankkonfiguration
- Edge-Server und externe Kommunikation
- Reverse Proxy, DNS-Einträge und Firewallregeln
- TLS-Zertifikate und deren Ablaufdaten
- Enterprise Voice, SIP-Trunks und Mediation Server
- Persistent Chat, Archivierung und Monitoring, sofern eingesetzt
- Exchange-Integration, Voicemail und weitere abhängige Dienste
- Microsoft-365-Tenant und gegebenenfalls bestehende Teams-Hybridkonfiguration
Dokumentieren Sie außerdem den installierten Build, die vorhandenen kumulativen Updates und die verwendeten Betriebssysteme. Die offizielle Microsoft-Dokumentation zu den Systemanforderungen ist dabei die maßgebliche Referenz.
Warum die Bestandsaufnahme entscheidend ist
Eine Umgebung kann im Alltag stabil wirken, obwohl einzelne Funktionen kaum noch genutzt werden oder von alten Konfigurationen abhängen. Besonders bei Telefonie, externen Verbindungen und Konferenzfunktionen können solche Abhängigkeiten während einer Umstellung sichtbar werden.
Vor dem Wartungsfenster sollten Sie deshalb klären:
- Welche Dienste sind geschäftskritisch?
- Welche Benutzergruppen müssen zuerst migriert werden?
- Welche Rufnummern und Anrufrouten sind betroffen?
- Welche externen Partner nutzen Federation oder andere Verbindungen?
- Welche Funktionen müssen nach dem Upgrade zwingend verfügbar sein?
Das Ergebnis sollte eine dokumentierte Ausgangskonfiguration sein, mit der sich der Zustand vor und nach der Änderung vergleichen lässt.
2. Voraussetzungen für das In-Place-Upgrade auf SE
Das In-Place-Upgrade ist vor allem dann interessant, wenn die vorhandene Installation technisch geeignet ist und die bestehende Topologie weitgehend erhalten bleiben soll.
Installierten Build kontrollieren
Prüfen Sie zunächst, ob die vorhandene Skype-for-Business-Server-2019-Installation die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt. Microsoft dokumentiert SE als Upgrade auf Basis von Skype for Business Server 2019. Der SE-RTM-Code entspricht weitgehend dem Stand von Skype for Business Server 2019 CU8 Hotfix 1, unterscheidet sich aber unter anderem durch Produktname, Buildnummer und Lizenzvereinbarung.
Verwenden Sie ausschließlich die für Ihre Ausgangsversion und Zielversion dokumentierten Updatepakete und Upgradeverfahren. Die genaue Reihenfolge ist anhand der aktuellen Microsoft-Versionshinweise zu verifizieren.
Offizielle Referenzen:
- Skype for Business Server SE – Versionshinweise
- Skype for Business Server SE – Lifecycle und Installationshinweis
Lizenzierung und Berechtigungen klären
SE ist eine Subscription-Edition. Vor der Umstellung sollte deshalb geklärt werden, ob die erforderlichen Nutzungsrechte über ein passendes Abonnement oder eine gültige Software-Assurance-Berechtigung abgedeckt sind. Die konkrete Berechtigung hängt vom Lizenzvertrag und dem Beschaffungsmodell ab.
Prüfen Sie vor dem Wartungsfenster:
- Lizenzstatus und Vertragsbedingungen
- Administratorrechte auf den betroffenen Servern
- Zugang zu den benötigten Installations- und Updatepaketen
- Verfügbarkeit der erforderlichen Konten und Kennwörter
- Freigabe des Wartungsfensters durch die Verantwortlichen
Ein technisch erfolgreiches Update ersetzt keine Lizenzprüfung.
Sicherung und Rückfallplan vorbereiten
Erstellen Sie vor Änderungen eine dokumentierte Sicherungs- und Wiederherstellungsstrategie. Dazu gehören die relevanten Konfigurationsdaten, Datenbanken, Zertifikatsinformationen und die Wiederherstellungsschritte für Ihre konkrete Topologie.
Ein Snapshot einer virtuellen Maschine allein ist kein vollständiger, universell geeigneter Rückfallplan für eine verteilte Skype-for-Business-Umgebung. Die Wiederherstellung muss mit den unterstützten Verfahren und den Abhängigkeiten Ihrer Umgebung abgestimmt sein.
Definieren Sie vorab, unter welchen Bedingungen das Upgrade abgebrochen wird und wer über einen Rückfall entscheidet.
3. Skype for Business Server SE installieren: Neuaufbau richtig planen
Ein Neuaufbau kann sinnvoll sein, wenn Server ersetzt, die Kapazität verändert oder die Architektur bereinigt werden soll. Dabei ist allerdings ein wichtiger technischer Punkt zu beachten: Nach der von Microsoft veröffentlichten Lifecycle-Dokumentation wird SE nicht wie ein vollständig unabhängiges Produkt mit einem separaten klassischen Neuinstallationspfad bereitgestellt.
Für eine neue SE-Umgebung beschreibt Microsoft derzeit folgenden Weg:
- Eine geeignete Installation von Skype for Business Server 2019 RTM bereitstellen.
- Diese Installation in einem einzelnen kumulativen Update-Schritt auf den SE-RTM-Build oder einen dafür geeigneten neueren SE-Build aktualisieren.
- Die Umgebung anhand der aktuellen SE-Dokumentation konfigurieren und überprüfen.
Dieser Übergang über den 2019-RTM-Code ist laut Microsoft für den Aufbau einer neuen SE-Installation vorgesehen, solange kein dedizierter einstufiger SE-Installer verfügbar ist. Prüfen Sie vor der Umsetzung, ob Microsoft inzwischen einen geänderten Installationsweg veröffentlicht hat.
Betriebssystem und Serverrollen berücksichtigen
Das Betriebssystem muss von der konkreten Zielversion und der jeweiligen Serverrolle unterstützt werden. Die Microsoft-Systemanforderungen nennen Windows Server 2019 und Windows Server 2022 für die entsprechenden unterstützten Bereitstellungsszenarien. Prüfen Sie die aktuelle Dokumentation, bevor Sie Betriebssysteme oder Serverrollen festlegen.
Ein In-Place-Upgrade des Windows-Server-Betriebssystems wird für Skype for Business Server nicht unterstützt. Wenn ein Wechsel des Betriebssystems erforderlich ist, sollte deshalb ein separates, unterstütztes Bereitstellungs- und Migrationskonzept verwendet werden.
Weitere Informationen: Systemanforderungen für Skype for Business Server.
Topologie vor der Installation überprüfen
Legen Sie fest, ob eine Standard-Edition- oder Enterprise-Edition-Topologie benötigt wird und welche Rollen erforderlich sind. Prüfen Sie dabei unter anderem:
- Front-End-Kapazität und Hochverfügbarkeit
- Backend-Datenbanken
- Edge-Server und externe Erreichbarkeit
- Zertifikate und DNS
- Firewall- und Medienverkehr
- Telefonie- und SIP-Trunk-Anbindungen
- Überwachung und Protokollierung
Bei einem Neuaufbau sollte die Topologie nicht einfach aus einer alten Umgebung kopiert werden. Nutzen Sie die Gelegenheit, nicht mehr benötigte Rollen zu identifizieren und Kapazitätsanforderungen neu zu bewerten.
4. Teams-Hybrid: Lokale Kommunikation und Cloud-Übergang verbinden
Die Umstellung auf SE und die Migration zu Microsoft Teams sind zwei unterschiedliche Entscheidungen. SE ermöglicht weiterhin den lokalen Betrieb von Skype for Business Server. Eine Teams-Hybridkonfiguration ermöglicht dagegen, lokale Benutzer schrittweise zu Teams zu migrieren und während des Übergangs bestimmte Funktionen zwischen der lokalen Umgebung und der Cloud zu koordinieren.
Microsoft unterstützt Hybridkonfigurationen zwischen Teams und geeigneten lokalen Skype-for-Business-Serverversionen, einschließlich SE. Die konkrete Topologie und die unterstützten Builds müssen vor der Umsetzung geprüft werden.
Die offizielle Anleitung finden Sie unter Hybridkonnektivität zwischen Skype for Business Server und Teams planen.
Wann ist Teams-Hybrid sinnvoll?
Ein hybrider Ansatz kann geeignet sein, wenn Unternehmen:
- Benutzer in mehreren Phasen zu Teams migrieren möchten
- lokale Kommunikationsdienste vorübergehend weiterbetreiben müssen
- die Umstellung von Telefonie und Rufnummern getrennt planen
- zunächst eine Pilotgruppe in Teams einführen möchten
- den Betrieb geschäftskritischer Kommunikationsfunktionen während der Migration absichern müssen
Hybrid bedeutet nicht, dass alle Funktionen in beiden Systemen identisch verfügbar sind. Der Funktionsumfang hängt unter anderem vom Benutzerstatus, der Konfiguration und den jeweiligen Microsoft-Diensten ab.
Voraussetzungen für Teams-Hybrid
Vor der Einrichtung sollten Sie die folgenden Punkte prüfen:
Microsoft-365-Tenant und Domäne: Der Tenant muss eingerichtet sein, und die verwendete SIP-Domäne muss korrekt hinzugefügt und verifiziert werden.
Unterstützte Serverversion und Topologie: Die lokale Umgebung muss die von Microsoft geforderten Mindestversionen und Voraussetzungen erfüllen.
Netzwerk und Zertifikate: DNS, Firewallregeln, externe Erreichbarkeit und Zertifikate müssen zur vorgesehenen Hybridarchitektur passen.
Benutzer- und Richtlinienplanung: Legen Sie fest, welche Benutzer lokal bleiben und welche zu Teams migriert werden sollen.
Telefonie und PSTN: Prüfen Sie, wie Anrufe ins öffentliche Telefonnetz künftig abgewickelt werden. Je nach Architektur können beispielsweise Direct Routing und vorhandene lokale Telefoniekomponenten relevant sein.
Die Konfiguration erfolgt anhand der offiziellen Anleitung: Hybridkonnektivität zwischen Skype for Business Server und Teams konfigurieren.
Benutzer gezielt nach Teams verschieben
Nach Einrichtung und Prüfung der Hybridkonnektivität können Benutzer entsprechend dem geplanten Migrationsablauf zu Teams verschoben werden. Microsoft dokumentiert dafür unter anderem den Prozess, Benutzer von der lokalen Skype-for-Business-Umgebung direkt in den TeamsOnly-Modus zu überführen.
Vor einer produktiven Migration müssen die Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören die Prüfung der Benutzerkonfiguration, die Vorbereitung der Organisation und die Berücksichtigung der Auswirkungen auf bestehende Besprechungen und Clients.
Microsoft erläutert den Ablauf unter Benutzer von Skype for Business Server zu Teams verschieben.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer technischen Hybridverbindung und einer vollständigen Migration: Erst wenn alle erforderlichen Benutzer, Dienste und Abhängigkeiten erfolgreich migriert wurden, kann die lokale Umgebung entsprechend dem geplanten Zielzustand außer Betrieb genommen werden.
5. Der Praxischeck: Tests nach dem Upgrade
Eine erfolgreiche Installation ist noch kein Beleg dafür, dass die Kommunikationsumgebung vollständig funktioniert. Nach dem Upgrade oder Neuaufbau sollte ein dokumentierter Testplan abgearbeitet werden.
Technische Funktionstests
| Testbereich | Was geprüft werden sollte |
|---|---|
| Server und Dienste | Starten die relevanten Dienste fehlerfrei? |
| Anmeldung | Können sich interne Testbenutzer anmelden? |
| Präsenz und Chat | Werden Präsenzstatus und Nachrichten korrekt übertragen? |
| Audio und Video | Funktionieren interne Audio- und Videoanrufe? |
| Konferenzen | Können Benutzer Besprechungen erstellen, beitreten und teilnehmen? |
| Externe Kommunikation | Funktionieren die vorgesehenen Verbindungen über Edge und Federation? |
| Telefonie | Sind ein- und ausgehende Anrufe, Rufnummern und Anrufrouten korrekt? |
| Zertifikate | Sind Zertifikate gültig und den vorgesehenen Diensten korrekt zugeordnet? |
| Monitoring | Werden relevante Ereignisse und Fehler wie erwartet protokolliert? |
| Teams-Hybrid | Funktionieren die vorgesehenen Szenarien zwischen lokalen Benutzern und Teams? |
Nicht jede Umgebung nutzt alle aufgeführten Funktionen. Der Testplan sollte deshalb auf die tatsächlich eingesetzten Dienste abgestimmt sein.
Testfälle mit echten Arbeitsabläufen durchführen
Technische Einzeltests reichen nicht immer aus. Prüfen Sie auch typische Arbeitsabläufe:
- Ein interner Benutzer startet einen Audioanruf.
- Ein externer Partner wird über die vorgesehene Kommunikationsfunktion erreicht.
- Ein Benutzer nimmt an einer geplanten Konferenz teil.
- Ein Telefonieanwender tätigt einen ausgehenden Anruf und empfängt einen eingehenden Anruf.
- Ein Pilotbenutzer kommuniziert mit einem Benutzer, der noch auf der bisherigen Umgebung arbeitet.
- Ein Teams-Benutzer kommuniziert mit einem lokalen Skype-for-Business-Benutzer, sofern dieses Szenario vorgesehen ist.
Dokumentieren Sie für jeden Test das erwartete Ergebnis, das tatsächliche Ergebnis, die Uhrzeit und gegebenenfalls die Fehlermeldung. So können Probleme eingegrenzt werden, bevor die Migration auf weitere Benutzer ausgeweitet wird.
Abnahmekriterien definieren
Vor dem Wartungsfenster sollten Sie festlegen, wann die Umstellung als erfolgreich gilt. Beispiele sind:
- Alle geschäftskritischen Dienste sind verfügbar.
- Die definierten Testanrufe funktionieren.
- Es gibt keine ungeklärten Fehler mit hoher Priorität.
- Die vorgesehenen Benutzer können sich anmelden und kommunizieren.
- Die Teams-Hybridtests sind für die Pilotgruppe erfolgreich.
- Monitoring und Protokollierung funktionieren.
- Der Rückfallplan und die Zuständigkeiten sind dokumentiert.
Erst nach der erfolgreichen Abnahme sollte die Umstellung als abgeschlossen betrachtet werden.
6. Typische Fehler bei der Umstellung auf SE vermeiden
Ungeprüfter Ausgangs-Build: Ein nicht geeigneter oder unvollständig aktualisierter 2019-Build kann den geplanten Upgradeweg blockieren. Prüfen Sie Build und Updatevoraussetzungen vor Beginn.
Fehlende Lizenzklärung: Ein erfolgreicher Installationsprozess bestätigt nicht, dass die Nutzung lizenzrechtlich korrekt abgedeckt ist.
Betriebssystemwechsel im laufenden System: Ein In-Place-Upgrade des Windows-Server-Betriebssystems ist kein unterstützter Ersatz für einen geplanten Serverwechsel.
Unvollständige Zertifikatsprüfung: Abgelaufene oder falsch zugeordnete Zertifikate können Anmeldungen und externe Verbindungen beeinträchtigen.
Teams-Hybrid erst nach dem Upgrade planen: Wenn eine spätere Cloud-Migration vorgesehen ist, sollten Benutzerstatus, Telefonie, Netzwerk und Hybridvoraussetzungen frühzeitig in die Architektur einfließen.
Keine Tests mit Pilotbenutzern: Werden alle Benutzer gleichzeitig umgestellt, können Fehler größere Auswirkungen haben. Eine begrenzte Pilotphase erleichtert die Validierung.
Unklare Rückfallstrategie: Ohne definierte Abbruchkriterien und geprüfte Wiederherstellungsverfahren kann die Reaktion auf einen Fehler unnötig lange dauern.
7. Entscheidungshilfe: Upgrade, Neuaufbau oder Teams-Migration?
Die richtige Strategie hängt davon ab, ob das Unternehmen Skype for Business lokal langfristig weiterbetreiben oder die Kommunikation schrittweise in Teams verlagern möchte.
| Ausgangslage | Sinnvoller Schwerpunkt |
|---|---|
| Bestehende 2019-Umgebung ist stabil und gut dokumentiert | SE-Upgradepfad und Updatevoraussetzungen prüfen |
| Server oder Betriebssysteme müssen erneuert werden | Neuaufbau mit unterstützter SE-Installationsreihenfolge planen |
| Lokaler Betrieb ist weiterhin erforderlich | SE-Architektur, Lizenzierung und Betriebskonzept langfristig ausrichten |
| Teams soll schrittweise eingeführt werden | Hybridvoraussetzungen und Pilotmigration vorbereiten |
| Vollständiger Wechsel zu Teams ist geplant | Teams-Migrationspfad, Telefonie und Außerbetriebnahme gemeinsam planen |
Diese Optionen schließen sich nicht vollständig gegenseitig aus. Ein Unternehmen kann zunächst auf SE umstellen und anschließend Teams-Hybrid einrichten. In anderen Fällen kann eine geplante Teams-Migration die langfristige Zielarchitektur stärker bestimmen als die reine Erneuerung der lokalen Serverversion.
Die Entscheidung sollte auf den betrieblichen Anforderungen, den Sicherheitsvorgaben, den verfügbaren Ressourcen und dem geplanten Endzustand beruhen.
Fazit: Die Umstellung auf SE als Infrastrukturprojekt planen
Die Umstellung von Skype for Business Server 2019 auf Subscription Edition erfordert mehr als das Einspielen eines Updates. Unternehmen müssen die unterstützte Upgrade- und Installationsreihenfolge, die Lizenzierung, die Serverarchitektur und die Abhängigkeiten der bestehenden Kommunikationsdienste berücksichtigen.
Ein In-Place-Upgrade kann geeignet sein, wenn die bestehende Umgebung stabil ist. Ein Neuaufbau bietet mehr Möglichkeiten, die Infrastruktur zu bereinigen, verlangt aber eine sorgfältige Planung der Bereitstellung und Migration. Wenn Microsoft Teams künftig eine größere Rolle übernehmen soll, sollten Hybridkonnektivität, Benutzerbewegungen und Telefonie bereits bei der Planung einbezogen werden.
Der wichtigste Erfolgsfaktor ist eine kontrollierte Umsetzung: Bestandsaufnahme, dokumentierte Sicherung, definierte Abnahmekriterien, Pilotbetrieb und strukturierte Tests nach der Änderung. So lassen sich technische Risiken frühzeitig erkennen und die Kommunikation im Unternehmen verlässlich weiterbetreiben.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich Skype for Business Server 2019 direkt auf SE aktualisieren?
Microsoft beschreibt Skype for Business Server SE als In-Place-Upgrade auf Basis einer geeigneten Skype-for-Business-Server-2019-Installation. Vor dem Upgrade müssen der installierte Build, die Updatevoraussetzungen, die Lizenzierung und die aktuelle Microsoft-Dokumentation geprüft werden.
Ist eine Neuinstallation von Skype for Business Server SE möglich?
Für einen neuen SE-Server beschreibt Microsoft derzeit eine Bereitstellung auf Basis des Skype-for-Business-Server-2019-RTM-Codes mit anschließendem Update auf den SE-RTM-Build oder einen geeigneten neueren SE-Build. Prüfen Sie vor der Installation, ob Microsoft inzwischen einen dedizierten einstufigen Installer oder einen geänderten Installationsweg bereitstellt.
Welche Voraussetzungen sind vor dem SE-Upgrade wichtig?
Wesentlich sind ein geeigneter Ausgangs-Build, eine unterstützte Server- und Datenbankkonfiguration, gültige Zertifikate, geprüfte DNS- und Firewallkonfigurationen, ausreichende Administratorrechte sowie eine dokumentierte Sicherungs- und Rückfallstrategie. Außerdem sollte die Lizenzierung vorab geklärt sein.
Muss ich auf Windows Server ein In-Place-Upgrade durchführen?
Nein. Ein In-Place-Upgrade des Windows-Server-Betriebssystems wird für Skype for Business Server nicht unterstützt. Wenn das Betriebssystem erneuert werden muss, sollte ein separates, unterstütztes Bereitstellungs- und Migrationskonzept verwendet werden.
Kann Skype for Business Server SE weiterhin mit Microsoft Teams verbunden werden?
Ja. Microsoft dokumentiert Hybridkonnektivität zwischen geeigneten lokalen Skype-for-Business-Serverversionen und Teams. Die unterstützte Topologie, die Mindestversionen und die technischen Voraussetzungen müssen vor der Einrichtung geprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen SE-Upgrade und Teams-Migration?
Das SE-Upgrade modernisiert den lokalen Skype-for-Business-Server. Eine Teams-Migration verschiebt Benutzer und gegebenenfalls Kommunikationsfunktionen in die Cloud. Hybridkonnektivität kann beide Systeme während einer schrittweisen Migration verbinden, ist aber kein Ersatz für die eigentliche Benutzer- und Dienstmigration.
Welche Tests sollten nach dem Upgrade durchgeführt werden?
Prüfen Sie mindestens Serverdienste, Anmeldung, Präsenz, Chat, Audio- und Videoanrufe, Konferenzen, externe Kommunikation, Telefonie, Zertifikate und Monitoring. Bei Teams-Hybrid sollten zusätzlich die vorgesehenen Kommunikations- und Migrationsszenarien mit Pilotbenutzern getestet werden.
Wie sollte ein Rollback vorbereitet werden?
Legen Sie vor dem Wartungsfenster Abbruchkriterien, Verantwortlichkeiten, Sicherungen und dokumentierte Wiederherstellungsschritte fest. Ein Rückfall muss zur konkreten Topologie passen und sollte nicht allein auf dem Zurücksetzen eines einzelnen Server-Snapshots beruhen.





